Winklerner Viehalm ist "Alm des Jahres 2010"

Siegerfoto - Alm des Jahres 2010
Fotos: siehe Textende!

Saftige Wiesen, Kühe auf der Weide und frisch gemähtes Heu - das sind die Bilder, die viele vor Augen haben, wenn sie an Österreichs Almen denken. Dass die Bewirtschaftung einer Alm harte Arbeit ist, ist den meisten dabei nicht bewusst. Auch die große Bedeutung des Naturraums Alm ist weitgehend unbekannt. Bereits zum vierten Mal wurden daher im Rahmen der seit 2007 bestehenden Kooperation von Kraft Foods / Milka und dem Nationalpark Hohe Tauern drei Almen aus jedem Bundesland des Nationalparks Hohe Tauern mit dem Titel "Alm des Jahres" prämiert.

Die Preisträger 2010 sind: Die Winklerner Alm in Kärnten, die Finkalm in Salzburg und die Arnitzalm in Osttirol. Unter der Schirmherrschaft von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich wurden diese drei Almen für ihr Engagement in nachhaltiger und traditioneller Almwirtschaft ausgezeichnet. Milka und der Nationalpark Hohe Tauern leisten mit der Verleihung dieser in Österreich einzigartigen Prämierung einen aktiven Beitrag zur Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für diesen wichtigen Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum. "Um die Almen, die ein bedeutender Teil der österreichischen Kulturlandschaft sind, zu erhalten, werden wir die Bäuerinnen und Bauern bei ihrer schwierigen Tätigkeit weiter unterstützen", ergänzt Berlakovich.

Die Winklerner Viehalm im oberen Mölltal liegt auf einer Seehöhe von 1.976 m. Sie hat ein Gesamtausmaß von 1.400 ha und wird als Almgemeinschaft betrieben. Rund 233 Schafe, 9 Pferde und 180 Rinder (Fleckvieh, Charolais, Grauvieh und die bereits gefährdete Rinderrasse Pinzgauer) werden von den Betreibern der Almhütte, Josef Pichler und Brigitte Suntinger, und deren Sohn Benjamin liebevoll betreut. Die traditionelle Almhütte, die vor einigen Jahren nationalparkkonform saniert wurde, ist nicht nur aufgrund der gastfreundlichen Wirtsleute sondern auch wegen der regionalen bäuerlichen Produkte bei Einheimischen und Gästen sehr beliebt: Die Besucher können Käse, Wurst, Speck, Brot, Säfte und Schnäpse verkosten. Oberhalb der Almhütte gibt es zwei naturbelassene Bergseen, in deren Umfeld viele Feuchtflächen und damit auch viel geschützte Amphibienarten leben. Zudem sind Steinwild, Rotwild, Gamswild, Rehwild, Murmeltier, Auerhahn, Spielhahn, Setinhuhn, Schneehuhn, Adler sowie der Bartgeier vertreten.


Die Auszeichung "Almen des Jahres"

   Die österreichischen Almen sind nicht nur als Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen ein wesentlicher Garant für die heimische Artenvielfalt. Sie stehen darüber hinaus für einen einzigartigen Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum. Die Almbauern und im speziellen die Sieger-Almen leisten somit einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung ursprünglicher Lebenswelten und Landschaften. Sie garantieren die Erhaltung von Kulturlandschaften und Traditionen - nicht zuletzt, weil sie zum Teil seit Generationen von denselben Familien verwaltet werden.

"Landwirtschaftliche Betriebe in benachteiligten und Berg-Regionen sollen daher weiterhin spezielle Unterstützungen erhalten, denn wir wollen unsere flächendeckende bäuerliche und naturnahe Landwirtschaft weiter erhalten", unterstreicht Niki Berlakovich. Als offizielle Anerkennung erhalten die Sieger eine Bronze-Plankette,die sie als "Alm des Jahres" ausweist. Weiters werden auf den Almen Schautafeln mit Detailinformationen der Alm aufgestellt und der Nationalpark Hohe Tauern auf den international bekannten Milka-Produkten mitbeworben.

Alle drei Sieger-Almen 2010 wurden von einer Fachjury auf die Erfüllung unterschiedlicher Kriterien geprüft: So wird die aktive und charakteristische Almbewirtschaftung, die Haltung heimischer Haustierrassen oder traditionelle Bauweise und Instandhaltung von Bauwerken und -elementen auf der Alm bewertet. Weiters wird die ständige Behirtung der Weidetiere oder die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Hohe Tauern und mit Schulen als Beurteilungskriterium herangezogen.

Text: APA, Fotos: Ian Ehm